Wallstreetbets hat ein neues Anlagephänomen geschaffen und gleichzeitig eine alte Wahrheit bekräftigt

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Die ganze Welt hat die Ereignisse rund um Wallstreetbets aufmerksam verfolgt, die in den letzten Wochen für Aufregung sorgten. Das Phänomen, das den Aktienmarkt auf unvorhergesehene Weise durchrüttelte, stellt die Marktgrundlagen und die Hypothese effizienter Märkte infrage und unterstreicht gleichzeitig die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Investieren. Wir haben uns in einer Situation wiedergefunden, in der die etablierten Regeln und Annahmen neu geschrieben werden – einige davon dauerhaft.

Es ist mittlerweile klar, dass die Digitalisierung das Investieren in Aktien für alle zugänglich gemacht hat und es parallel dazu volatiler als je zuvor geworden ist. Die Diskussion über das Investieren hat die Massen erreicht. Die sozialen Medien und moderne Finanztechnologien und -dienstleistungen haben immer mehr Neulinge dazu gebracht, mit dem Investieren zu beginnen. Das Bewusstsein und folglich auch das Interesse am Investieren ist in allen demografischen Segmenten gewachsen, was in erster Linie ein positiver Trend ist, der auch weiterhin gefördert werden sollte. 

Wenn immer mehr Informationen über das Investieren zur Verfügung stehen, bilden sich Blasen, was sich wiederum auf die Marktbewegungen auswirkt. Wenn kompliziertere Anlageklassen und Instrumente auf professionellem Niveau in diese Gleichung aufgenommen werden, steigt die Wichtigkeit sowohl des Verständnisses als auch des Wissens über das Investieren. Das Gleiche gilt für Leerverkäufe, die zusammen mit der Wallstreetbets-Diskussion für viele Privat-Anleger ein Weckruf waren. Einige haben von dem Phänomen profitiert, andere wiederum verloren. Der Unterschied zwischen den Gewinnern und Verlierern könnte aber eher ein Ergebnis des Zufalls gewesen sein als ein Ergebnis der individuellen Entscheidungen innerhalb einer Anlagestrategie.

Phänomene wie Wallstreetbets sind die Kehrseite der Demokratisierung des Investierens, denn sie mindern dessen Attraktivität. Die Risiken wachsen und die Entscheidungsfindung wird schwieriger. Wer zielgerichtet investiert, geht bei einem langfristigen Ansatz zunehmend eine gewagte Wette ein.

Der gleiche Trend und neue Anlagetechnologien haben jedoch auch dazu geführt, dass alternative Anlageklassen und Diversifizierungsmöglichkeiten für Aktien zugänglich sind. Wir wissen, dass die Akteure, die Marktschwankungen im Durchschnitt am besten gemeistert haben, immer auch außerhalb der Aktienmärkte investiert waren, sodass das Marktrisiko am besten durch Diversifizierung der Investitionen in verschiedene Anlageklassen, die nicht miteinander korrelieren, gemindert wurde. 

Eine dieser Anlageklassen, die die Volatilität des Portfolios stabilisieren und dennoch einen zufriedenstellenden Gewinn bieten, sind beispielsweise Immobilien bzw. Grundstücke. Ein Beispiel für diese Anlageklasse sind immobilienbesicherte Kredite, die allein bei der Plattform von EstateGuru in den letzten acht Monaten Investitionen im Wert von über 100 Mio. Euro ausmachten. Der Reiz des Investierens steigt, wenn keiner auf das Endergebnis wettet, und deshalb braucht es diese alternativen Anlagemöglichkeiten, die nicht direkt mit dem Aktienmarkt verbunden sind.

In Zukunft wird das Investieren noch vielfältiger und weniger exklusiv sein, aber mit dem Aufkommen von Alternativen muss sich auch das Wissen weiterentwickeln. Um ein altes Sprichwort zu zitieren: Wissen ist Macht, und das gilt besonders für den Investmentmarkt.

Matti Vansén, Country Head, EstateGuru Finland Oy