Fragerunde mit Mihhail Onohhov – EstateGuru’s Head of Global Sales

Head of Global Sales bei EstateGuru im Interview

Kurz vor Ende des Jahres 2021 sprechen wir mit Mihhail Onohhov, dem Head of Global Sales bei EstateGuru, über dieses Jahr und werfen einen Blick auf seine Erwartungen für 2022.

Als Verantwortlicher für unsere Vertriebsstrategie ist Mihhail Onohhov am Puls der Zeit in der europäischen Immobilienentwicklungsbranche und muss sowohl die Chancen als auch die Risiken der Kreditnehmer von EstateGuru verstehen.

Frage: Das Jahr 2021 ist fast vorbei. Wenn Du auf dieses Jahr zurückblickst, was fällt Dir in Bezug auf die Trends bei Kreditnehmern auf? Was waren die Höhepunkte für Dein Team?

Antwort: Der Immobiliensektor befindet sich in ganz Europa weiterhin im Aufwind. Die Pandemie hat die Menschen dazu veranlasst, ihre Erwartungen und Anforderungen an ihre Wohnsituation neu zu bewerten. Unsere Kreditnehmer (Immobilienentwickler) haben hart daran gearbeitet, diese unter den neuen Umständen zu erfüllen. 

EstateGuru konnte in diesem Jahr ein Rekordvolumen finanzieren. Einer der wichtigsten Höhepunkte war unsere Leistung in Deutschland. Wir sind in Berlin seit etwas mehr als einem Jahr präsent und sehen bereits, dass unsere Dienstleistungen sowohl von Immobilienentwicklern als auch von Kleinanlegern stark nachgefragt werden. 

F: Sind die Auswirkungen der Covid-Pandemie noch spürbar, oder sind die Entwickler bereits wieder voll aktiv?

A: Es gibt definitiv noch Auswirkungen der Covid-Pandemie, aber nicht dort, wo man es erwarten würde. Die Menschen sehen sich gezwungen, viel mehr Geld in ihren vier Wänden auszugeben. Arbeit, Freizeit – alles findet jetzt zu Hause statt. Daher haben die Menschen nun natürlich auch höhere Ansprüche an diesen Ort – mehr Platz, mehr Komfort. Die Nähe zu den Stadtzentren ist auch nicht mehr so wichtig wie vor Covid, da viele Menschen auf Heimarbeit umgestiegen sind. Die Immobilienentwickler sind so beschäftigt wie eh und je. Es herrscht also definitiv Vollbetrieb und ich erwarte nicht, dass dieser Trend in nächster Zeit nachlässt. 

F: EstateGuru hat einen sehr hohen Prozentsatz an Stammkunden, die mehr als einmal einen Kredit und für verschiedene Projekte aufnehmen. Worauf würdest Du diese Kundentreue zurückführen?

A: Stammkunden sind unser wichtigster Vertriebskanal. Mehr als 50 % aller Projekte auf unserer Plattform stammen von diesen Kreditnehmern. 

Die Werte von EstateGuru – Schnelligkeit, Einfachheit und Transparenz – werden von unseren Kreditnehmern geschätzt. Die Zahl der wiederkehrenden Kunden beweist, dass EstateGuru seiner Philosophie treu bleibt. 

F: Was waren die größten Herausforderungen für die Branche im Jahr 2021? 

A: Die Antwort auf diese Frage wird niemanden überraschen: der Umgang mit Covid. Jede Branche wird von Menschen geprägt. Menschen stehen hinter allem. Die größte Herausforderung im Jahr 2021 war es, dafür zu sorgen, dass jeder Einzelne in der Immobilienentwicklung sicher, gesund und gut versorgt ist. Impfstoffe sind jetzt leicht verfügbar, sodass ich davon ausgehe, dass das nächste Jahr noch arbeitsreicher sein wird als das Jahr 2021. Vor allem, da EstateGuru sich um das zweitwichtigste Problem der Branche gekümmert hat – die Kapitalverfügbarkeit. 

F: Welche Trends siehst Du für das Jahr 2022? 

A: Moderne Städte werden weniger zentralisiert sein und mehr Wert auf Mikromobilität legen. Großzügige Immobilien mit zusätzlichen Zimmern, die allen Familienmitgliedern die Möglichkeit zur Heimarbeit bieten, werden extrem gefragt sein. 

F: Es gibt anhaltende globale Probleme hinsichtlich der Lieferketten. Erwartest Du, dass sich dies auf die Zahl der neuen Immobilienentwicklungen auswirken wird?

A: Neben anderen Faktoren wird dies die Immobilienpreise in die Höhe treiben. Steigende Immobilienpreise sind aber nichts Neues oder Überraschendes, da dies bereits seit mehr als einem Jahrzehnt so ist. Solange es eine Nachfrage nach neuen Immobilienprojekten gibt und das Kapital zur Verfügung steht, wird die Zahl der neuen Immobilien weiter steigen. 

F: Erwartest Du, dass der Immobilienmarkt im Allgemeinen sein hohes Niveau halten wird?

A: Diese Frage gefällt mir, weil es die einzige Frage ist, auf die ich eine 100%ig richtige Antwort habe. Ob die Immobilienpreise im Jahr 2022 noch weiter steigen werden? Das weiß niemand. Davon abgesehen sehe ich persönlich keine Faktoren, die die Immobilienpreise nach unten ziehen werden, zumindest vorerst nicht. Aber bitte, lieber Leser, verstehen Sie das nicht als Finanzberatung. 

F: Du verfolgst eine aggressive Expansionsstrategie in Europa, wobei zwei neue Länder hinzugekommen sind. Wie schwierig ist es, den Kreditnehmern in mehreren Regionen den gleichen Kundenservice zu bieten?

A: Aggressiv? Ja. Strategisch? Auch ja. Mit einem ehrgeizigen Expansionsplan hat EstateGuru seine A-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Dieser Zufluss an Kapital ermöglicht es EstateGuru, sein Team zu vergrößern und sicherzustellen, dass wir die Quantität unserer Aktionen erhöhen, ohne die Qualität verringern zu müssen. 

Die Anzahl der Stammkunden beweist, dass die Qualität unserer Dienstleistung noch nie so hoch war – und wir sind jetzt in noch mehr Ländern Europas aktiv. 

F: Hast Du einen Rat für potenzielle Immobilienentwickler?

A: Wenn es um Kapital geht, sollten Sie sich umhören. Stellen Sie Nachforschungen an. Probieren Sie verschiedene Optionen aus, machen Sie Erfahrungen mit verschiedenen Anbietern. Unterschiedliche Umstände erfordern unterschiedliche Ansätze. Die einzige Möglichkeit zur maximalen Effizienz besteht darin, die richtigen Instrumente zur richtigen Zeit einzusetzen. Nehmen Sie also Kontakt auf, sprechen Sie mit verschiedenen Personen und bauen Sie Beziehungen auf – man weiß nie, wann man sie braucht. 

F: Was ist Deine Motivation, für EstateGuru zu arbeiten? 

A: Ich habe 2010 meinen Master an der Universität von Aberdeen in Großbritannien gemacht. Aberdeen ist eine kleine Stadt im Nordosten von Schottland, wo etwa 200.000 Menschen leben. Es gibt dort zwei große und sehr beliebte Universitäten. Im Jahr 2010 war die Wohnungssituation katastrophal. Es ging nicht einmal darum, dass Wohnungen extrem teuer waren, sondern dass es einfach nicht genug Zimmer in der Stadt gab, um alle unterzubringen. Die Studenten lebten in Zelten auf dem Campus. Der Abschluss meiner Masterarbeit bzw. meines Studiums war zu diesem Zeitpunkt nur der zweitgrößte Stressfaktor in meinem Leben. Die Wohnungssuche ist eindeutig nervenaufreibender gewesen. 

Die einzige Möglichkeit, dieses Problem für heutige und künftige Generationen zu lösen, besteht darin, das Wohnungsangebot zu erhöhen. Dafür muss es effiziente, günstige und schnelle Finanzierungslösungen geben. Ich glaube fest daran, dass wir mit EstateGuru dieses Problem lösen. Ein Projekt nach dem anderen.  

F: Vielen Dank für Deine Zeit, Mihhail. Es war wie immer ein Vergnügen, mit Dir zu sprechen.

A: Kein Problem und danke für diese Gelegenheit.