Der Immobilienmarkt in Portugal

Der portugiesische Immobilienmarkt verzeichnete 2018 ein Rekordinvestitionsvolumen der letzten 5 Jahre, das hauptsächlich aus dem gewerblichen Bereich kam (3,3 Mrd. Euro, ein Plus von 74 % gegenüber 2017). Im Wohnungssegment wuchs die Zahl der verkauften Immobilien um 19 % und die nationalen Preise stiegen um mehr als 10 % (in Lissabon betrug der Anstieg sogar 20 %). Der Immobilienmarkt war in allen Segmenten sehr aktiv und das Angebot kann nicht mit der Nachfrage Schritt halten. Ausländer sorgen für über 50 % der inländischen Immobilienverkäufe (angeführt von Briten und Franzosen). 2019 wird das Jahr für größere Bauprojekte sein, die dazu beitragen, die weiter steigende Nachfrage zu decken. Neue Entwicklungen, die auf den Markt kommen, werden in diesem Jahr deutlich zunehmen und das Wachstum wird sich im nächsten Jahr verstärken, aber dennoch ist der Markt weit von den Bauzahlen entfernt, die vor einem Jahrzehnt registriert wurden. Auch Portfolios aus Immobilien und faulen Krediten, die von Banken gehalten werden, beeinflussen den Markt, sodass mehr Interesse an alternativen Vermögenswerten besteht (Gesundheit, Sport, Spezialwohnungen etc.).

Im ersten Quartal 2019 verzeichneten die meisten portugiesischen Regionen einen Preisanstieg. Nur die Zentralregion und die autonome Region der Azoren verzeichneten einen Rückgang von ca. 6 %. Die Metropole Lissabon war und ist das teuerste Pflaster Portugals, um ein Haus zu kaufen (Preisniveau über 2.500 EUR pro Quadratmeter). Gefolgt von der Gegend um die Algarve, wo die Wohnungspreise knapp unter 2.100 EUR pro Quadratmeter liegen. Andere beliebte Regionen sind der Norden und die autonome Region Madeira, welche ein Preisniveau von rund 1.500 EUR pro Quadratmeter aufweisen. Die günstigsten Regionen sind die autonome Region der Azoren, das Zentrum und das Alentejo, wo das Preisniveau bei 900-1.000 EUR pro Quadratmeter liegt.

Wenn wir uns die Städte ansehen, dann ist Lissabon immer noch die portugiesische Stadt, in der es am teuersten ist, ein Haus zu kaufen, mit einem Durchschnittspreis von über 4.000 EUR pro Quadratmeter. Der zweite und dritte Platz geht an Porto und Faro, über 2.500 EUR pro Quadratmeter bzw. über 1.500 EUR pro Quadratmeter. Die billigsten Hauptstädte der portugiesischen Bezirke mit einem Preisniveau von fast 700 Euro pro Quadratmeter sind Guarda, Castelo Branco und Vila Real.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der portugiesische Immobilienmarkt in den letzten fünf Jahren ein erhebliches Wachstum verzeichnet hat, das sich in den kommenden Jahren fortsetzen dürfte. Allerdings wird sich das Wachstumstempo auf 3-5 % verlangsamen, und der Anstieg nur in den genannten Stadtteilen vorkommen. Positiv ist auch, dass das Wachstum der Bauwirtschaft es in den nächsten Jahren den Käufern, die in Portugal ein Haus oder ein Mietobjekt kaufen wollen, einfacher machen wird, da das Wohnungsangebot steigen sollte.